Mehr als 45 Jahre Geschichte

dominique imbert

Ein humanistisch geprägter visionärer Design-Künstler

Dominique Imbert, der Gründer von Focus, kommt 1940 in Montpellier (Südfrankreich) zur Welt.

Nach einem Literaturstudium in London und Paris bricht er auf, um zunächst in Alaska als Ethnologe und anschließend als Küchenhilfe in Manhattan zu arbeiten, ohne zu wissen warum. Anschließend schreibt er seine Doktorarbeit an der Soziologischen Fakultät der Sorbonne-Universität und unterrichtet als Französischlehrer an einem Pariser Gymnasium.

Nach vier Jahren Lehrtätigkeit erscheinen ihm die einseitige Wissensvermittlung und das zermürbende Stadtleben wie zwei irrwitzige, egoistische Ungeheuer, die ihn dazu bewegen, einen Neuanfang in seiner eigens dafür eingerichteten Metallbildhauerwerkstatt im Süden Frankreichs zu wagen.

Weit abgelegen, in einem mittelalterlichen Dorf am Fuße der Cevennen, 25 km von Montpellier entfernt, beginnt so für ihn ein neuer Lebensabschnitt, in dem er sich der Schmiedekunst und Bildhauerei hingibt und zeichnet, schweißt, hämmert, formt und das Feuer schürt. Aber was waren seine Beweggründe, diesen völlig neuen Weg zu beschreiten?

DIE PHILOSOPHIE DES DESIGNS

Internationale Designerkonferenz, Kiew, Ukraine - Beitrag von Dominique Imbert, Repräsentant der französischen Designer

Ich habe die freundliche Einladung von Herrn und Frau Bachmann angenommen und freue mich sehr, heute hier bei Ihnen zu sein. Ich bin sehr davon angetan, unsere Kamin-Modelle in ausgezeichneter Gesellschaft zu sehen – neben Modellen von Harrie Leenders und Dani Rutz, deren Design ich sehr schätze. 

Damit komme ich auch gleich zu der Frage, zu der ich mir für heute ein paar Gedanken machen sollte: Überlegungen zum Design von Focus, zu meiner Philosophie und meiner Umsetzung von Design. 

Als erstes stellt sich für mich die Frage: 

Bin ich überhaupt ein Designer? 
- Ich habe keine Designerschule besucht, 
- ich habe nicht Architektur studiert, 
- in meinem ganzen Leben habe ich keinen Zeichenunterricht erhalten, 
- ich habe weder Malerei, noch Bildhauerei, noch Bildende Kunst, noch Kunstgeschichte studiert... 
Nichts von alledem.  

Viele Monate lang habe ich mit einem griechischen Koch in einem indischen Restaurant in London Geschirrspülen gelernt, aber ich koche sehr schlecht indisch und griechisch. 

Ich habe Kenntnisse in Ethnologie erworben und eine Weile in Alaska bei den Inuit verbracht, aber ich erinnere mich fast nur noch daran, dass es dort sehr kalt war und alle Leute nach Lachs rochen. 

An der Sorbonne in Paris habe ich eine Doktorarbeit in Soziologie gemacht (über „den Einfluss des ästhetischen Faktors der Arbeitsumgebung auf das menschliche Verhalten”...), was mir eine Stelle als Geschichtslehrer in einem Pariser Gymnasium einbrachte. 

(Nun gut...) Als wir von einem französischen Minister mit dem Staatspreis für künstlerisches Schaffen ausgezeichnet wurden (Paris 1995), als unsere Modelle in Museen für zeitgenössische Kunst in Bordeaux, Grenoble, Stockholm und im Guggenheim-Museum in New York ausgestellt wurden, als wir Goldmedaillen der „Trophées du Design” (Paris 1995-1997-2001) und den Preis für Innovation der Batimat-Messe (November 1999) erhielten, als Sir Norman Foster mich darum bat, ein Modell speziell für ihn zu gestalten, habe ich mich gefragt, warum. Ich frage mich, wie das gekommen ist, ob ich – wie Obelix – als kleines Kind in einen Design-Kessel gefallen bin. Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob es nicht besser ist, nie in eine Schule zu gehen, um alles selbst lernen und entdecken zu müssen.

Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich als Jugendlicher meine Ferien auf dem Land damit verbrachte, mir beim Dorfschmied Möbel aus Eisen zu machen. 

Ich stellte Gebilde aus Stahl her, die ich nicht Skulpturen zu nennen wagte. Und dann packte mich mit 27 Jahren plötzlich diese Krankheit. Daraufhin verließ ich Paris und richtete mir eine Werkstatt in Südfrankreich ein. Dort baute ich Möbel, Skulpturen, Kamine, Objekte und Häuser. Um die Herstellung und den Vertrieb kümmerte ich mich immer selbst.

Auch wenn wir heute rund einhundert Mitarbeiter für Focus tätig sind und wir knapp 50 % unserer Produkte exportieren (West- und Osteuropa, Japan, USA, usw.), versuchen wir weiterhin, Moden und wechselnde Nachfragen zu ignorieren. Ich habe das Glück, mich weiterhin auf Intuitionen verlassen zu können, was mir viel Freude bereitet. Was mich wirklich von einem richtigen Designer unterscheidet: Ich halte mich für unfähig, auf Leistungsverzeichnisse, auf die Wünsche und Anforderungen von Kunden einzugehen. Das, was ich mache, lehrt mich das, was ich suche. Mich interessiert was mich bewegt, und bewegt bin ich, wenn mich im tiefsten Inneren mancher Formen die Materie versteckt anblinzelt – wenn ich dort ein Innenleben entdecke, etwas Lebendiges. Darin finde ich etwas anderes als diese kühle, konventionelle algebraische Logik, mit der unsere Umwelt gestaltet wird. Es bereitet mir ein unglaubliches Vergnügen, aus den Formen einen Sinn herauszuholen, einen verborgenen Sinn, Poesie. Ohne Poesie ist das Leben nur Dasein. Meiner Ansicht nach bringt Design die Spannung zwischen Poesie und Bedarf, zwischen Graphik und Funktionalität, zwischen Gefühl und Verstand zum Ausdruck. Ich bin mir immer noch nicht schlüssig darüber, ob ich tatsächlich Designer bin; doch bin ich mir bewusst, dass ich ein Unternehmen leite, was ich mir nicht ausgesucht habe, und dass ich weiter mit viel Begeisterung Formen aus Stahl und Bronze gestalte, die von manchen als Skulpturen bezeichnet werden. Voilà. In einem anderen Leben werde ich bestimmt Design oder Architektur studieren. Wer weiß, vielleicht werde ich dann Dromedarzüchter oder Offizier in der französischen Armee?

Viols-le-Fort – ein „Made in France“ aus Überzeugung

Seit ihrer Gründung ist die Marke Focus in Viols-le-Fort angesiedelt, im sonnenverwöhnten Südfrankreich, in dem ehemaligen Wohnhaus von Dominique Imbert, in dem auch der allererste Antéfocus entstand. Hier befindet sich der Firmensitz, hier ist es auch, wo die Werkstatt „Atelier Dominique Imbert“ das markentypische Mobiliar von „Focus“ entwirft, zeichnet und gestaltet.

Von diesem winzigen mittelalterlichen Dörfchen am Fuße der Cevennen aus exportiert Focus mittlerweile rund um den gesamten Globus.

Atelier

Focus steht für:

das Markenzeichen  der Kreationen aus dem "Atelier Dominique Imbert",
einen Firmensitz im Herzen eines mittelalterlichen Dorfes in den Cévennen in Südfrankreich,  
ein Kamin (antéfocus) kreiert im Jahre 1967,
ein Kamin (gyrofocus) kreiert im Jahre 1968, 
65 verschiedene Kaminmodelle,
100 verkaufte Modelle im Jahre 1980, mehr als 2000 im Jahre 2016,
85 Angestellte, davon 30 in Viols-le-Fort und 55 in Cavaillon (Südfrankreich), 
50  Vertriebspartner in Frankreich,
40 Vertriebspartner im Ausland,
einen Jahresumsatz von 10 Millionen Euro für 2016

Focus ist jedoch  vor allem eine Geschichte, die von einer handvoll Menschen handelt, die aus dem kleinen Unternehmen im Süden Frankreichs nach und nach eine in Fachkreisen anerkannte Marke für Kamin-Design gemacht haben, deren Produkte heute weltweit verkauft werden.

Alle unsere Modelle werden in Frankreich hergestellt. Die meisten Modelle verfügen über einen hohen Wirkungsgrad. Jedes Modell ist Ausdruck einer besonderen Idee, was die Originalität des Designs ausmacht.  

Werk

Unser Werk ist aus einer Kesselschmiede hervorgegangen, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts betrieben wurde. Wir können also auf über hundert Jahre Erfahrung und Know-How im Metallgewerbe zurückgreifen.

Das Werk "Théus S.A.S." gehört zur Unternehmensgruppe Atelier Dominique Imbert. Es befindet sich im Süden Frankreichs auf der Hauptverkehrsachse Nord-Süd (Verbindung Marseille-Paris) und Ost-West (Verbindung Spanien-Italien, Deutschland) auf einem Gelände von 22.000 m²:

  • 7800 m² Produktionswerkstatt,
  • ein modernes Ingenieurbüro mit CAD-Technik. Dies ermöglicht uns die Konzeption und Umsetzung von komplexen neuen Formen. 
  • 400 m² Büro- und Ausstellungsräume. 

Neben den Modellen der Marke Focus werden in diesem Werk auch maßgefertigte Kamine und Rauchfänge der Marke Piros hergestellt. 

Unsere gesamte Herstellung findet in Frankreich statt. 

ZWEI NEUE DIREKTOREN

AN DER SPITZE EINES TEAMS VON MEHR ALS 80 PERSONEN

Im Frühling 2015 vertraute Dominique Imbert die Unternehmensleitung einem Führungstandem an, das aus zwei sehr erfahrenen Mitarbeitern besteht: Laurent Gaborit, ehemaliger Vertriebsleiter Frankreich und Jean-Marc Chalier, ehemaliger CFO des Unternehmens. Olivier Drouot übernahm erst vor kurzem die Geschäftsleitung der Fabrikationsstätte in Cavaillon (Departement Vaucluse, Südfrankreich) und wird der motivierten neuen Führungsspitze mit Engagement, Fachkompetenz und ungebrochenem Vertrauen in das Made-in-France hilfreich beiseite stehen. Dominique Imbert, Gründungspräsident des Unternehmens und weiterhin kreative Schöpfungskraft der Kaminmodelle, unterstützt ohne Wenn und Aber die Dynamik und Motivation dieses Führungsstabs, der kommerziell neue Wege gehen will und dessen Credo französisches Know-how, Kreativität und innovatives Management sind.

MEILENSTEINE

Auszeichnungen

  • Preis als „Bester Kunsthandwerker“ (Languedoc-Roussillon, 1976)
  • Nominiert für den Premio Design Italiano (Rom, 1992)
  • Auszeichnung für Einrichtung, Gestaltung und Innovation: Trophée du Salon de l'Habitat et Prix de l'Innovation (Toulouse, 1993)
  • Nationaler Preisträger „Beste Kreationen", Französisches Ministerium für Handel und Kunsthandwerk, Fondexpa (Paris, 1995)
  • Preisträger für Innovation, Batimat (Paris, 1999)
  • Exportpreis, Avenir (Paris, 2000)
  • Ausgewählt von Sir Norman Foster and Associates (London, 2000)
  • Erster Preis beim Wettbewerb “Concours de l’Excellence“, Handwerkskammer (Montpellier, 2001)
  • Goldmedaillen für Design bei den „Trophées du Design“, Batimat (Paris 1994, 1997 und 2001)
  • Nomminiert für „Die 100 schönsten Unternehmen Frankreichs" (Platz 1 für das Languedoc-Roussillon), im Magazin L'Entreprise, Juli 2003.
  • Silbermedaille des Internationalen Designwettbewerbs Baden-Württemberg (Stuttgart, 2004)
  • Silbermedaillen für Design bei den „Trophées du Design“, Batimat (Paris 1993, 1995, 2005, 2007)
  • Erster Preis von deutschen Lesern des Online-Magazins homesolute.com (2009)
  • Cubifocus: Nominierungen für den „Observeur du Design“ (Paris, 2007, 2009, 2010, 2011, 2012, 2014 und 2017)
  • Erster Preis bei der Wahl des „Schönsten Objekt der Welt“, Pulchra-Wettbewerb (Italien, 2009)
  • Slimfocus : Nominierungen zum „German Design Award ” (2010, 2011, 2014 und 2017)
  • Preis der „Most Inspired Creation“ bei der Helsinki Design Week (2010)
  • Auszeichnung „Superflamme 2009" der polnischen Zeitschrift Świat Kominkow für das Gesamtwerk der Marke Focus (Warschau, 2010)
  • „Prix de la Performance“ des Magazins „Les Echos“ (Montpellier, 2011)
  • Preissieger beim „Observeur du Design“ (Paris 2002 und 2013)
  • Gewinner des  „Interior Innovation Award“ (Deutschland, 2014 und 2015
  • Gewinner beim Red Dot Design Award (Essen, 2014)
  • Slimfocus: Goldmedaille beim German Design Award 2017
  • Hearth & Home exhibition (Harrogate - England)
    Curvifocus: "produkt des Jahres 2017" und "Gasgerät des Jahres"  

Internationaler Verkauf

ein Exportanteil von mehr als 50 %

Nicht nur der legendäre Gyrofocus, sondern sämtliche Kreationen von Focus werden seit vielen Jahren bereits außerhalb der Grenzen Frankreichs verkauft.

Die internationale Beliebtheit ist mittlerweile so groß geworden, dass der Exportanteil des Unternehmens „Groupe Atelier Dominique Imbert“ mehr als 50 % seiner Geschäftstätigkeit ausmacht.

Würde man weltweit die Länder, in denen unsere Kamine am beliebtesten sind, kartografisch erfassen, befände sich an erster Stelle Europa mit Italien an der Spitze (die Leidenschaft der Italiener für das Design ist allseits bekannt), gefolgt von Deutschland, Belgien, der Schweiz und England, und schließlich von den anderen Teilen der Erde: Australien, Russland, USA, Kanada, Japan und seit kurzer Zeit auch China.

Focus-Kamine weltweit

Rechts: ein Gyrofocus in einer luxuriösen Skistation in Japan

cheminée design Gyrofocus station de ski Niseko Japon